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The grass is always greener on the other side of the fence

Wer kennt das nicht? Ist man in A will man nach B. Hat man c will man d. Ich jedenfalls kann behaupten, dass mir das des öfteren passiert.
Zuletzt als ich in einem völlig überfüllten Zug mit Festivalbesuchern saß, die gröhlten, die rauchten, deren Vorfreude über das bevorstehende Festival mit jedem gefahrenen Kilometer ins Unermessliche stieg. Neben all diesen Menschen saß ich – auf dem Heimweg von der Zimmersuche – und hatte einen dieser Momente. Finnen würden sich ja nie so benehmen, nie so laut und nie so distanzlos. Ich habe die Sekunden gezählt, bis ich endlich aussteigen konnte, dabei hatte mir niemand etwas getan und dennoch war ich genervt – von diesen schrecklichen Landsleuten, die mich umgeben. Da kommt es auch nicht von ungefähr, wenn ich auf die Frage, was ich am meisten von Finnland vermisse, antworte die Menschen und deren Mentalität. Verstehen werden das wahrscheinlich nur jene, die schon mal dieses besondere Land hoch oben im Norden besucht haben. Das erinnert mich an ein Gespräch mit einer Freundin in dem wir feststellten, dass viele Finnland nicht verstehen. Es als den kleinen und dummen Bruder von Schweden sehen. [ich will gar nicht sagen, wie oft ich gehört hab „ich wollte eigentlich nach Schweden, aber dann wurde es Finnland.“] Es braucht Ausdauer und den Willen, dieses Land kennenzulernen, verstehen zu lernen. Auf der anderen Seite ist es aber auch gut, dass es [noch] nicht allzu viele gibt, die das Wunderbare und Besondere lieben gelernt haben. Denn was wäre schlimmer als ein völlig überlaufenes Plätzchen Erde? Und so sitze ich eben noch eine Weile im Zug, schwelge in Erinnerungen und plane mein mökki, das ich mir irgendwann einmal kaufen will.

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Sanftes Ankommen

war das, was ich die letzten Tage praktiziert habe.
Die Reise selbst war lang. Ich hatte extra eine Verbindung gewählt, bei der ich nicht nur 20 Minuten Zeit zum Umsteigen hatte, sondern ein paar Stunden. Letztendlich war das Flugzeug aus Helsinki so früh dran, dass mir die andere Verbindung locker gereicht hätte. Die Stunden in Kopenhagen waren aber auch so unterhaltsam, ich hab mal schnell für 25€ was gegessen – so teuer war noch nicht einmal das Essen in Finnland. Angekommen in Stuttgart zeigte sich das Abschiedsgeschenk meiner Gastfamilie sehr ramponiert. Mit dieser Airline fliege ich nur noch im äußersten Notfall- nicht das erste Mal, dass ich schlechte Erfahrungen mit ihnen machte.
Die Ankunft daheim war sehr schön. Meine Koffer hatte ich fast noch am ersten Abend ausgepackt. Ich wurde lecker bekocht von meiner äiti und Freitag Morgen ging es sogleich in den Schwarzwald, um ein paar Tage auszuspannen. Es war wunderschön und für mich genau das Richtige. So konnte ich mich Schritt für Schritt ein Stückchen mehr an das neue Alte gewöhnen. Es ist doch immer wieder sehr ungewohnt, die ersten Tage hier zu sein, aber ich genieße es sehr. Der richtige Schock kam noch nicht, dafür bin ich momentan zu sehr beschäftigt.

Heute war ich das erste Mal wieder in der Stadt, sieht alles noch gleich aus und die gleichen Menschen auf den Straßen. 😉 Das Irritierendste im Moment ist, dass alle um mich herum Deutsch sprechen. In Finnland war das immer angenehm, weil ich nur zuhören musste, wann ich wollte. Mit Deutsch ist das leider nicht so einfach.
Nachher geht es für ein paar Tage nach Freiburg, Freunde besuchen und hoffentlich ein bisschen die Sonne genießen. [dass es in Finnland in den letzten Tagen um die 30 Grad hatte, lasse ich am besten unerwähnt…wettertechnisch will ich sofort zurück!]

The Countdown is on

oder auch Rückflug gebucht! In weniger als fünf drei Wochen Ganz bald geht es wieder zurück und ich muss sagen, ich freu mich! Sehr sogar.
War ich zu Anfang diesen Jahres Au Pair-Zeit noch fest davon überzeugt, aus Finnland überhaupt nur noch zu zweiwöchigen Aufenthalten daheim aufzubrechen, hat sich einiges verändert.

Dieses Jahr Zeit hat meine Illusion von Finnland in die Realität zurück geholt. Ich hab ziemlich schnell feststellen müssen, dass Helsinki nicht gleich das Finnland ist, das ich ins Herz geschlossen hatte. und dass nur weil ich wieder im Lande war, nicht alles automatisch dort weiter ging, wo es vor drei Jahren aufhörte. Ich hatte außer Acht gelassen, dass die Zeit nicht stehen bleibt, dass sich Menschen verändern, dass ich mich ändere. Finnland war für mich die zwei Jahre, die ich nach meinem Schüleraustuasch wieder zuhause war, mein Sehnsuchtsort. Dort war die Welt heile. So hat sich mein Finnlandbild mehr und mehr verklärt. Letztes Jahr war ich einfach nur froh, aus meinem alten Umfeld heraus zu kommen. Dass es dann letztendlich zurück nach Finnland ging, war natürlich umso besser. Zurück nach Finnland zurück nach Hause.

In den ersten Wochen durchlebte ich ziemliche Höhen und Tiefen. Das, was in der Familie meine Aufgaben waren, war nicht das, was ich mir vorgestellt hatte. Wahrscheinlich hatte ich mir nicht sonderlich gut überlegt, was ich machen will. So richtig anfreunden mit meinem Dasein für Notfälle konnte ich mich die ganze Zeit nicht. Ich habe ziemlich schnell Anschluss gefunden hier – besonders die ersten drei Wochen waren unvergesslich- und das hat mich wortwörtlich durch die erste Zeit getragen. Das erste Mal zurück in den Osten, in mein finnisches Zuhause hat mich überwältigt. Selten war ich so glücklich, wie an diesen Tagen. Ich sah all die Leute wieder, die mir während meiner elf Monate dort so sehr ans Herz wuchsen, ich ging durchs Dorf und atmete die klare Luft ein. Alles war perfekt, aber die Zeit war nicht stehen geblieben. Bei manchen Freundschaften zeigte sich, dass sie eine so große Entfernung nicht überdauern, bei manch anderen war das Gefühl so, als hätten wir uns zuletzt vor einem Monat gesehen. Wieder zurück in K kam der Frust zurück.
Ich habe ziemlich festgestellt, dass es nicht an der Familie liegt. Vielmehr war ich es, die ich mich nie als Au Pair wohlgefühlt habe. Das Verhältnis mit der Familie wurde immer besser – besonders mit den Eltern. Die Tage mit den Kindern haben mich aber immer wieder schier zur Verzweiflung machen. Ich wollte das nicht machen. Ein anderes Problem war die mentale nicht vorhandene Herausforderung und dass ich weiterhin in einer Familie lebte und nicht für mich allein. Mehrmals habe ich mit dem Gedanken gespielt, das Projekt Au Pair Sein früher abzubrechen, war mir schon sehr sicher. Jedoch war es nie so schlimm, dass ich es keine Sekunde länger ausgehalten hätte. Und ich habe auch gelernt, dass ich kein Mensch bin, der etwas abbricht. Ich will das, was ich angefangen habe zu einem guten Ende bringen. Das wäre es nicht gewesen, wenn ich vorher gegangen wäre.

Mein Rückflug steht nun demnächst an. Es fühlt sich stimmig an. Ich habe für mich das Projekt Au Pair Sein zu einem meinem guten Ende gebracht. Ich habe mit Finnland meinen Frieden geschlossen. Für mich habe ich heraus gefunden, dass ich [zumindest in der näheren Zukunft] nicht auf Dauer hier leben könnte, dafür ist mir der Winter zu lang, zu dunkel und auch zu kalt. F wird immer einen besonderen Platz in meinem Herzen behalten. Meine Besuche lege ich in Zukunft auf die Sommerzeit;)

Vielleicht wäre es besser geworden, wenn ich Kinder in einem anderen Alter betreut hätte, in einem anderen Land gewesen wäre und sowieso, wenn alles anders gewesen wäre. Aber bekanntlicherweise wäre mein Vater ja auch Millionär, wenn das Wörtchen wenn nicht wär.

Die Zeit hier will ich nicht missen, ich hab Menschen getroffen, die mir sehr ans Herz gewachsen sind; Dinge getan, von denen ich nie gedacht hätte, dass ich sie jemals tun würde; bin mehr als einmal über meine comfort zone hinaus. Ich bin auf meinem Weg weiter voran geschritten und diese 9 1/2 Monate haben mich zu dem gemacht, was ich jetzt hier und heute bin.

Das Finnland-Kapitel wird nun [vorerst] geschlossen und ein Neues aufgeschlagen. Ich freue mich darauf. Sehr sogar.

 

 

Ich weiß noch nicht genau, wie und ob ich mit diesem Blog weiter mache. Liest hier überhaupt irgendwer? Schließen möchte ich ihn eigentlich nicht. Mal schauen, was die Zukunft so bringt.

Gegen das schlechte Wetter

Falls sich einer wundert, wo der Frühling/Sommer denn hin ist, hier ist die Antwort: er hat sich nach Finnland verkrochen, um uns zu verwöhnen. Ich nehme es auch gerne als eine Art Wiedergutmachung nach dem dunklen Winter. Wir hatten in der letzten Woche nur einen richtig verregneten Tag. An all den anderen Tagen hier sind wir in Sommerkleidern rumgerannt und dem Hund war das doch wirklich schon zu heiß.
Hier sind nun jedenfalls ein paar Impressionen, falls ihr schon vergessen habt, wie denn der Mai eigentlich sein sollte. auch wenn das eher unsere Blumen im Garten sind, den blauen Himmel, den kann man aber bitte in den Bildern erkennen 😉

kukkia

piha

kissa

Nur der Katze war wohl das gute Wetter nicht ganz geheuer.

Freitagsfüller

1.  Wenn  hier die Sommerferien anfangen, bin ich schon auf dem Weg zurück nach D.

2.  In Kartoffelsalat muss viel Essig in der Sauce drin sein!

3.  Es ist hart mit anzusehen, wie inkonsequent Eltern doch sein können.

4.  Der Sommer fängt hoffentlich an im Juni.

5.  Ich wette, dass ich am Ende doch noch mit Übergepäck reise.

6.  Der Wind in den Bäumen, der Regen auf meinem Gesicht, ist nichts gegen die Sonne, die hier nun schon seit ein paar Stunden wieder scheint.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf meinen letzten Freitag in Helsinki, morgen habe ich das Feiern des CL-Siegs der Bayern geplant und Sonntag möchte ich von Karelien Abschied nehmen!

Uutisia

Mit dem poika war ich die letzten Tage daheim. Gestern meinte er dann zu mir, dass mein Nachname eine deutsche Variante des finnischen Familiennames sein müsse, da alle, die zusammen in einem Haus wohnten immer denselben Nachnamen hätten. Da ich ja aus Deutschland käme, hätte ich eben nicht die finnische Version abbekommen. Kinderlogik ist immer wieder bewundernswert.

Hier regnet es heute das erste Mal nach ein paar schönen Tagen, da fragte der poika doch gleich, ob denn schon der Herbst anfinge. Aber beschweren wollen wir uns mal nicht, nach all den gruseligen Geschichten, die so aus Deutschland zu hören sind. Der Hund hat dann auch gleich angefangen, den Regentropfen hinterher zu jagen.

Die äiti hat heute mein Abschiedsgeschenk gekauft – einen Koffer. Das letzte Au Pair hatte auch schon einen bekommen. Das ist wohl sowas wie das familieninterne Ding. Die ganze Packerei wird so auf jeden Fall vereinfacht und Koffer können ja nie schaden.

Hier ist es mittlerweile fast durchgehend hell, beziehungsweise geht die Sonne so früh auf und so spät unter, dass ich das selten mitbekomme, wenn es doch mal dunkel ist. Das wird auf jeden Fall wieder eine ziemlich große Umstellung werden, wenn ich wieder zurück in D bin.

Im beschaulichen Vorstädtchen, in dem ich meistens meine Zeit verbringe, singen die Vögel non stopp und erinnern mich sehr an ehemalige und zukünftige Frankreichurlaube. Schön ists hier auf jeden Fall, für Familien der perfekte Ort zum Wohnen. Ruhig, sicher, heimelig und ein Dorfzentrum hats auch in erreichbarer Nähe, wenn die Großstadt dann doch mal lockt, ist auch das in nicht allzu weiter Entfernung.

Feste feiern wie sie fallen

Meine Freundin N kenne ich aus meiner Zeit in Karelien. Ihre Familie war eine meiner Gastfamilien. Außerdem ging ich zusammen mit ihr zur Schule. N ist eine begnadete Kuchenbäckerin und als sie mich vorige Woche fragte, ob ich nicht an ihrem Geburtstag zum Kuchen probieren vorbei kommen wolle, war ich natürlich sofort dabei.
Nachdem sie uns letzte Woche schon bei ihrer Geburtstagsfeier in Karelien mit einem leckeren Kuchen verwöhnt hatte, gab es gestern einen Heidelbeerkuchen und weil das Wetter so schön war und man nicht zweimal an einem so tollen Tag Geburtstag hat, machten wir uns auf, um ein wenig das Wetter zu genießen. Unsere Reise führte uns zuerst zu Helsinkis Vergnügunspark. Wir kauften uns Tickets für die neu eröffnete Gruselattraktion, versuchten unser Glück bei den Spielbuden und landeten dann bei den Kinderattraktionen, die umsonst waren. Wir hatten unseren Spaß in der Kinderachterbahn.

Da die Sonne immer noch schien, machten wir uns danach in einen nahegelegenen Stadtteil auf, um dort siideriä auf der Terrasse einer Bar zu genießen. Kaum zu glauben, wie schön das war, nach dem langen Winter..mit Sonnenbrillen und ohne Jacke! Da so schönes Wetter Lust auf Grillen macht, ließen wir aus dieser Idee Realität werden. Das Grillgut war schnell eingekauft, ein Grill fand sich auch und so gingen wir dann in einen Park am Meer zum grillen.kippis

uusikeksinto

hyvaaruoka

Nachdem wir fertig gegrillt hatten, gingen wir kurz am Strand vorbei, um den Tag im Lieblingscafé ausklingen zu lassen. Feste muss man feiern, wie sie fallen!

ranta